Katja Tschirwitz

Fotografie, Collage www.coronagen-katja.de
Vita:

Geboren in Würzburg, stand ich spätestens nach dem Abitur vor der Herausforderung, mich zwischen Kunst und Musik entscheiden zu müssen. Äußerlich fiel die Entscheidung zunächst zugunsten der Musik, die Kunst blieb aber fester Bestandteil meines Privat- und Berufslebens. In meiner Masterarbeit „Dadaismus und Futurismus und ihre Möglichkeiten in der Musikvermittlung“ entwarf ich interdiszplinäre Konzertkonzepte, in der die Kunst eine wesentliche Rolle spielt. Später überregional als Vortrags- und Einführungsrednerin sowie als Kunstrezensentin für die Main-Post im Würzburger Raum tätig, wechselte ich mit Corona auf die Schaffensseite der Kunst: mit der Papiercollage, seit 2022 auch mit der Fotografie, wobei z.B. großformatige Foto-Ensembles entstehen. Dabei interessiert mich die „echte“ physische Handarbeit, Digitales ist lediglich Hilfsmittel.

Collagen: Zwischen Poesie und Provokation

Meine handgeschnittenen Papiercollagen sind Grenzgänge. Aus Archivmaterial und eigenen Fotografien erschaffe ich hybride Wesen und rätselhafte Gebilde, in denen Architektur auf leere Landschaften trifft und der Mensch sich höchstens fragmentiert zeigt. Inspiriert von Surrealismus und Dadaismus verschmelzen hier Vergangenheit und Gegenwart zu einer poetischen Anderswelt, die das Unmögliche zur scheinbaren Realität macht – subtil, ironisch oder makaber.

Fotografie: Rhythmus und Struktur

Ausgehend von der Kamera meiner verstorbenen Mutter, widme ich mich seit 2022 vor allem neunteiligen Fotoensembles, die architektonische und andere Motive in rhythmisierte Kompositionen zerlegen – hier zeigt sich meine musikalisch-tänzerische Sozialisation. In der experimentellen Technik der „Zweifachfotografie“ verbinde ich zwei zeitlich versetzte Prozesse: Erst fotografiere ich digital vor Ort, dann nehme ich im Dunkeln Ausschnitte des Kameradisplays mit einem alten iPhone auf. Diese bewusste Doppelverpixelung weicht harte Konturen auf und verleiht den zeitgenössischen Motiven eine malerische, fast textile Ästhetik, die an frühe Druck- oder Fernsehmedien erinnert.